Vortrag am 7. Juli: Der Rechtsruck in Ungarn
Bei den Parlamentswahlen in Ungarn im April diesen Jahres gewann der „Ungarischer Bürgerbund“ (Fidesz) zwei Drittel der Mandate. Die Partei befürwortet einen massiven Sozialabbau und vertritt einen aggressiven Nationalismus, der sich besonders gegen Angehörige der Roma-Minderheit und gegen Jüdinnen und Juden richtet. Die offen neofaschistische „Bewegung für ein besseres Ungarn“ (Jobbik) wurde mit über 15 % der Stimmen drittstärkste Kraft im Parlament.
Jobbik gilt als parlamentarischer Arm der offiziell verbotenen „Ungarischen Garde“. Diese paramlitärische Organisation marschiert in Uniformen auf, die denen der SS ähneln und steht in der Tradition der faschistischen „Pfeilkreuzler“, die Ungarn von 1944-45 mit Hilfe der deutschen Nationalsozialisten beherrschten. Es bestehen beste Kontakte zu deutschen Neonazis der NPD und der „Freien Kameradschaften“. Die Wahlerfolge der extrem rechten Parteien in Ungarn sind auf weit verbreitete nationalistische, rassistische, antisemitische und antiziganistische Einstellungen in vielen Teilen der ungarischen Bevölkerung zurück zu führen, die bedingt durch die schwierige wirtschaftliche Lage des Landes immer weiter zunehmen. In diesem gefährlichen Klima bleibt es nicht nur bei verbalen Attacken auf die verhassten Minderheiten. Übergriffe gegen Jüdinnen und Juden, Roma, Homosexuelle und Linke häufen sich. Der berliner Politik- und Erziehungswissenschaftler Carsten Hübner war bis 2002 für die PDS Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort war er u.a. im Ausschuss für Menschenrechte aktiv. Heute ist er als Journalist tätig und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit extrem rechten Bewegungen in Europa. In seinen Ausführungen wird er die besorgniserregenden Ereignisse in Ungarn beleuchten und deren Hintergründe aufzeigen.
Mittwoch, 07. Juli 2010, 19.00 Uhr, FH Bielefeld, Fachbereich Solzialwesen, Kurt-Schumacher-Str. 6, Gebäude D, Raum 207
Eine Veranstaltung des Internationalen Referats und des Antifa Referat des AStA der FH Bielefeld


